Medienarbeit

Was ein Suizid hinterlässt

Fassungslosigkeit, Trauer und die Frage: Warum? Wenn sich ein Mensch das Leben nimmt, lässt er seine Angehörigen allein zurück – schockiert und oft traumatisiert. Sie müssen mit dem Suizid weiterleben. Doch wie? Reporter Christof Schneider geht diesen Fragen auf den Grund und begleitet dafür Jörg Weisshaupt bei seiner Arbeit mit Suizidhinterbliebenen. Reporter, 17.11.2019, 22:25 Uhr


Wenn ein Elternteil Suizid begeht

Laura, Linda und Pascal haben ihre Väter durch Suizid verloren. Uns erzählen sie, wie sie zurück ins Leben gefunden haben und was ihnen dabei geholfen hat.

Anne-Sophie Keller
Donnerstag, 21. November 2019 / 15:09 Uhr

Wenn sich ein Elternteil das Leben nimmt
Jährlich nehmen sich in der Schweiz rund 1000 Menschen das Leben. Für die Hinterbliebenen ein traumatisches Erlebnis, insbesondere, wenn ein Elternteil Suizid begeht.
Schweiz aktuell, 19.03.2018, 19:00 Uhr

Suizid: Wie hilft man den Hinterbliebenen?

Der Verlust eines geliebten Menschen durch Suizid ist ein schwerer Schicksalsschlag. Auch den Menschen im Umfeld fehlen oft die Worte. Der Hinterbliebenenseelsorger Jörg Weisshaupt sagt, wie man jemandem beistehen kann, der einen geliebten Menschen durch Suizid verloren hat. Der Seelsorger Jörg Weisshaupt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Betreuung von Hinterbliebenen nach einem Suizid. Er rät, Menschen, die eine geliebte Person durch Suizid verloren haben, auf das Vorgefallene anzusprechen. Wichtig sei auch, ihnen nach einem solchen Schicksalsschlag bei der Bewältigung des Alltags beizustehen. Meistens könne man durch das Erledigen einfachster Aufgaben, etwa putzen oder kochen, unterstützend wirken.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Nina Blaser


Ein Suizid – viele Betroffene

Ein Suizid geschieht immer aus höchster Not und die Angehörigen bringt es in grösste Nöte. Aber auch Zeugen, Pflegende, Polizistinnen und Nachbarn gehören zu den Mitbetroffenen. Wer freiwillig aus dem Leben scheidet, hinterlässt im Durchschnitt drei bis fünf Angehörige. Nach dem ersten Schock müssen sich diese einem komplizierten Trauerprozess stellen. Verlassenheit, Schuld, Scham und Wut können aufkommen und viele Fragen bleiben unbeantwortet. Aber auch professionelle Begleiter wie Pflegende, Polizeibeamte oder das Reinigungspersonal sind Mitbetroffene und müssen mit dem plötzlichen Freitod umgehen. Im Fokus stehen neu auch jene Hinterbliebenen, die einen Menschen durch begleiteten Suizid verlieren. Eine Frau, die kürzlich ihre Mutter in den Tod begleitete, erzählt. Buchhinweis Jörg Weishaupt (Hrsg.): Darüber reden. Perspektiven nach Suizid: Lyrik und Prosa von Hinterbliebenen, Verlag Johannes Petri, 2013, ISBN 978-3-03784-036-8