Medienarbeit mit und für Trauernde/n

Ein Suizid wird in den Medien häufig als Aufsehen erregendes Ereignis dargestellt. In den Berichten werden die mutmasslichen Gründe und Auslöser des Suizides meist nicht korrekt dargestellt. Statt ein Interview mit einer Fachperson zu führen, bevorzugen es Journalisten oft, direkt Betroffene zu befragen, wie bspw. Hinterbliebene nach einem Suizid. Diese sind sich nicht immer bewusst, was für einen Einfluss ein Auftritt im Fernsehen oder in der Zeitung auf ihr Wohlbefinden und ihre Anonymität (und die ihrer Familie) haben kann. Sie können auch nicht beurteilen, welchen Einfluss ihre Darstellung der Geschichte in der Öffentlichkeit haben wird. Die Erfahrung zeigt, dass die trauernde Person sich erst für Medienanfragen zur Verfügung stellen sollte, wenn sie die erste Krise überwunden hat.

Es ist von Vorteil, wenn Anfragen von Medien zum Thema Suizid koordiniert behandelt werden, indem an einer zentralen Stelle Listen von Survivors (Hinterbliebenen nach einem Suizid) und Experten erstellt werden, die bereit sind, den Medien Auskunft zu geben. So kann diese Stelle bei Medienanfragen als Drehscheibe wirken.

Checkliste Medienberichterstattung, August 2017, pdf, 216 KB, von Suizidprävention Kanton Zürich

Mediaguidelines, 26.02.2015, pdf, 735 KB, von IPSILON (Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz)

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