Psychische Gesundheit aus der Generationenperspektive

Jahreskongress der SGPP & SGKJPP mit Iks, NPG und PMS
5. Internationale Konferenz zu Familien und Kindern mit psychisch belasteten Eltern

17. — 19. August 2016
Congress Center Basel

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Das Thema "Hinterbliebene nach Suizid" am Kongress:
Angebote für Betroffene nach Suizid

Autor: Jörg Weisshaupt | nebelmeer.net | Switzerland

Einleitung

Nach einem Suizid besteht für Hinterbliebene die Gefahr einer Imitationstat. Suizidpostvention ist deshalb gleichzeitig auch Suizidprävention.
Als Reaktion auf diese Tatsache wurden geführte Selbsthilfegruppen für Erwachsende und Jugendliche gegründet.
Nur wenige Survivors suchen gemäss einer US-Studie Hilfsangebote auf (Aguirre und Slater, 2010). Diejenigen, welche diese nutzen, finden sie jedoch hilfreich. Werden Survivors proaktiv auf Hilfe hingewiesen, dauert es ca. einen Monat, bis sie diese in Anspruch nehmen. Überlässt man die Suche von Hilfsangeboten den Betroffenen, dauert es durchschnittlich viereinhalb Jahre.
Deshalb investieren wir in Projekte, die Survivors in ihrem Trauma nach der Intervention von Care Teams Survivors abholen.

Methoden

• Betreuung von Selbsthilfegruppen «Nebelmeer» für Jugendliche, die einen Elternteil durch Suizid verloren haben (www.nebelmeer.net) und «Refugium» für hinterbliebene Erwachsene nach Suizid (www.verein-refugium.ch).
• Beratung, Schulung und Austausch für Profis, die in ihrem Alltag mit Suizid konfrontiert sind
• Vernetzung, Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit
• Herausgabe von Publikationen
• Beratung beim Aufbau der neuen Internetplattform https://www.suizidpraevention-zh.ch

Ergebnisse

In nationalen und kantonalen Gremien setzen wir uns als spezialisiertes Kompetenzzentrum langfristig für die Aufarbeitung des traumatischen Erlebens von Hinterbliebenen nach Suizid ein. Die geführten Selbsthilfegruppen füllen eine wichtige Betreuungslücke.

Fazit/Ausblick

Hinterbliebene nach Suizid sind ganz speziellen Belastungen ausgesetzt. Oft beschränkt sich der Fokus auf die Prävention. Die Survivors werden vernachlässigt. Notwendig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Care Teams und Nachsorgeangeboten.

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