Was Kinder und Jugendliche brauchen

Unterstützende Netzwerke für junge Trauernde

Im Umgang mit einem schmerzhaften Verlust wünschen sich junge Trauernde Unterstützung aus verschiedenen Quellen, d.h. von Familienmitgliedern, Freunden und Lehrpersonen oder von medizinischem Personal – und dies über eine längere Zeit.

Junge Trauernde nach einem Suizid wünschen sich ...

  • Flexibilität von ihrem Umfeld.
  • unaufgeforderte, frühe, über lange Zeit dauernde und wiederholt angebotene Hilfe.
  • Hilfe, die immer zur Verfügung steht und beansprucht werden kann, wenn sie gebraucht wird.
  • Informationen zu praktischen Fragen.
  • Zugang zu professionellen Beratungsangeboten.
  • Informationen über und Kontakte von Unterstützungsangeboten.

Was können die Schulen tun?

Lehrpersonen sind in einer privilegierten Position, um Hilfe anzubieten, da sie die Schüler bereits vor dem traumatisierenden Ereignis kannten und Kontakt zur Familie haben. Es ist zentral, dass die jungen Trauernden dem grossen Unterstützungspotenzial der Schule vertrauen können.

Die wichtigste Funktion von Schulen ist es, einen sicheren Rahmen zu bieten, um gemeinsam zu trauern, indem bspw. Rituale gestaltet werden, über Trauer und Verlust gesprochen wird und indem an Jahrestage erinnert wird. Wenn Lehrpersonen anbieten, dass sie die Klasse über den tragischen Vorfall informieren und dabei mit dem betroffenen Schüler und dessen Familie zusammenarbeiten, kann das sehr hilfreich sein.

Viele junge Trauernde wollen so schnell wie möglich in die Schule zurückkehren, da sie glauben, die Schule, die Lehrpersonen und die Freunde könne ihnen eine Pause bieten von der bedrückenden Stimmung, die zu Hause herrscht.

Auch wenn junge Hinterbliebene die Schule und die Lehrpersonen im Trauerprozess als hilfreich beurteilen, gibt es Aspekte, die verbessert werden könnten. Ein Problem besteht darin, dass die jungen Menschen das Gefühl haben, unter einem grossen Leistungsdruck zu stehen. Sie haben oft den Eindruck, von ihnen werde erwartet, dass sie gleich funktionieren wie vor dem tragischen Ereignis. Nach dem Tod einer geliebten Person haben sie das Anliegen, dass die Lehrpersonen verstehen können, was der Verlust für sie bedeutet. Sie wünschen sich, dass jemand die Verbindung herstellen kann zwischen ihren Absenzen, ihren Konzentrationsproblemen, ihrem beeinträchtigten Lernverhalten, den schlechten Noten und den Schwierigkeiten, mit denen sie aktuell konfrontiert sind.

 

Download der Broschüre Suizid und Schule (1.3 MB)

 

Tipps für Freunde von jungen Trauernden

  • Denk nicht oder drück nicht aus, dass du verstehst, wie sie sich fühlen.
  • Versuche, Dinge nicht zu direkt zu sagen oder Ratschläge zu geben.
  • Frag sie, wie du sie in ihrer Trauer unterstützen kannst.
  • Achte ihre Wünsche bezüglich deinem Verhalten und frag sie, ob das, was du tust, ihnen hilft.
  • Denk daran, dass du nicht eine alte Wunde wieder öffnest, wenn du auf natürliche Art über die verstorbene Person sprichst. Die betroffene Person denkt ohnehin sehr oft an den/die Verstorbene/n.
  • Sorge für Pausen im Trauerprozess und überlege Dir Möglichkeiten zu Aktivitäten, die Spass machen – Aber nur, wenn die Person damit auch zurechtkommt.
  • Vermeide offensive Bemerkungen wie «Hör auf damit», wenn die trauernde Person über ihren Verlust spricht und lass auch nicht zu, dass andere dies sagen.
  • Übernimm die Initiative und gewähre langfristige Unterstützung.

Die Unterstützung muss täglich neu an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden.

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